Freitag, 17.04.2015

Helsingfors // Helsinki

Hej allihopa,

Ende März stand endlich unsere Keuzfahrt nach Helsinki an. Monatelang vorher gebucht, lange drauf gefreut und endlich war sie da. Wenn ich von einer "Kreuzfahrt" rede, meine ich damit eine Überfahrt von Stockholm nach Helsinki über Nacht. Wir haben am Samstag Nachmittag abgelegt und sind dann über Nacht nach Helsinki rüber gefahren, konnten den Tag in Helsinki verbringen und sind Nachmittags am Sonntag wieder zurück gefahren, sodass wir am Montagmorgen wieder in Stockholm waren. Doch das Schiff war wirklich gigantisch und Kreuzfahrt ähnlich. Man dachte eine halbe Stadt wär auf dem Schiff integriert, denn das Schiff war erstens riesen groß und zweitens mit allem Schnik Schnak ausgestattet, wie zum Beispiel mit einer Einkaufsstraße oder einem Schwimmbad.

Schiff  Einkaufsstraße

Die Ausfahrt aus Stockholm herraus war ein großes Highlight, denn die sogenannten Schären, die vor Stockholm liegen, sind wunderschön und sehr weitläufig und genau durch diese fährt das Schiff herraus auf das Meer. Allein für diesen Ausblick hat sich die Überfahrt schon geloht. Leider konnten wir nicht allzu lange draußen stehen und es genießen, denn es war sehr kalt und der Wind war sehr stark. Doch auch durch unser Kajütenfenster sah alles sehr schön und fast schon wie gemalt aus. Ich hoffe ich schaffe es in meiner Zeit hier noch einmal dort raus zu fahren, um mir die Schären nochmal angucken zu können, vielleicht dann bei etwas wärmeren Wetter.

Schären

Wenn ich von "wir" rede meine ich damit die Kleine, ihre Großmutter (die zu Besuch aus Österreich war), meine Gastmutter und ich. Zu Viert habe wir uns auf die große Überfahrt begeben. Nachdem wir den Ausblick genug genossen hatten, sind wir gemeinsam zum Buffet gegangen, welches genauso pompös, wie das ganze Schiff war. Es wurde wirklich alles angeboten, über Fisch, Fleisch, Gemüse, mexikanisch, italienisch oder chinesisch bis hin zu Nachtisch mit reichlich Torte und Softeis. Nach diesem umfangreichen Essen sind wir alle müde, aber zufrieden in unsere Betten gefallen. Doch es war nur eine sehr kurze Nacht, denn nicht nur, dass uns eh schon eine Stunde wegen der Zeitumstellung geklaut wurde, wurde uns zusätzlich noch eine Stunde wegen der Sommerzeitumstellung weggenommen.
Um neun Uhr lokaler Zeit haben wir dann in Heslinki angelegt und haben uns fertig gemacht um möglichst schnell vom Schiff herunter zu kommen, doch diese Idee hatten scheinbar alle anderen tausend Passagiere auch, so hat es erstmal gedauert bis wir an Land waren. Als ich mich dann durch die Menschenmengen gekämpft hatte, habe ich Ausschau nach meiner finnischen Freundin gehalten, denn mit ihr hatte ich mich verabredet gehabt. Schon praktisch wenn man sofort eine Fremdenführerin an seiner Seite hat. Sie hat mir alles sehnswerte gezeigt, doch leider war in jeder Kirche zu der Zeit Gottestdienst, so konnten wir uns diese leider nur von außen angucken. Nachdem wir alle Sehnswürdigkeiten abgeklappert hatten, sind wir noch ein wenig shoppen und etwas essen gegangen. Es war ein sehr schöner Tag und ich habe mich sehr gefreut meine Freudin wieder zu treffen und nun auch mehr schwedisch mit ihre reden zu können.   

Helsinki Helsinki

Helsinki

Nachdem das Schiff wieder abgelegt hatte, konnten wir ein zweites Mal in den Genuss des Buffes kommen. So konnten wir nun noch weitere leckere Dinge verkosten, die wir am Vortag nicht mehr geschafft hatten zu essen. Im Anschluss haben wir das Schiff nocheinmal unter die Lupe genommen und waren, ganz zur Freude der Kleinen, im Kinderland. Am Abend haben wir uns dann noch eine Tanzshow angeschaut, doch als die Bühne dann zur öffentlichen Tanzfläche wurde, haben wir uns ganz unauffällig zurückgezogen und sind in unsere Betten gefallen. Die zweite Nacht war leider nicht mehr so angenehm wie die Erste, denn wir hatten starken Seegand, klar das gehört zu einer Schiffsfahrt dazu, aber ist schon ungewohnt so durchgeschüttelt zu werden im Schlaf. Doch auch das haben wir überstanden und am nächsten Morgen haben wir schön mit Blick auf die Schären vor Stockholm gefrühstückt, das hat dann alles wieder gut gemacht. Danach ging es für uns wieder zurück an Land und für den Rest zurück nach Nyköping, doch ich habe nur eben schnell meine Sachen umgepackt und habe mich dann mit der U-Bahn auf den Weg zum Bahnhof gemacht, wo ich den nächsten Zug nach Kopenhagen genommen habe, um dort meine Großmutter und Mama zu treffen...

Doch nochmal zurück zu der Überfahrt nach Helsinki. Es war wirklich ein einmaligen Erlebnis, welches ich jedem empfehlen kann, denn es ist super unkompliziert und dazu noch billig einen kleinen Abstecher nach Helsinki zu machen. Also: Jeder der einen längeren Aufenthalt in Schweden plant, muss dieses aufjedenfall mitmachen. Ich kann es nur empfehlen und bin meiner Gastfamilie sehr dankbar, dass sie mich mitgenommen haben, so war es nochmal besonders schön für mich mit ihnen die Zeit so zu verbringen.

Puss och kram till Tyskland, eure Franzi

Dienstag, 24.02.2015

Luleå- Båtskärsnäs- Kiruna- Jukkasjärvi: Ausflug in den tiefen Norden von Schweden

Hej allihopa,

habe ich erzählt, dass ich ein zweites Mal in den hohen Norden von Schweden fahre? Nein?! Aber genau dort war ich die letzte Woche!

Zusammen mit der Kleinen und meinem Gastbruder ging es früh am Sonntag morgen los. Ich war hundemüde, da ich natürlich nicht früh schlafen gegangen bin. Dadurch kam ich auf ca 4 Stunden Schlaf. Aber zum Glück sind wir nicht von Nyköping aus geflogen, sondern vom Arlanda Airport. So hatten wir noch eine kleine Autofahrt vor uns, bei der ich schlafen konnte.

Von Stockholm aus ging es dann rauf nach Luleå. Dort erwartete uns über 1,50 m Schnee und eine Temperatur von -16 Grad. Doch wir sind direkt vom Flugzeug in das vorgewärmte Auto gestiegen, sodass wir davon nicht viel mitbekommen haben. Die "farmor" (dt. Oma) der beiden hat uns dann nach Båtskärsnäs gebracht, wo ich wieder eine Wohnung für mich alleine hatte und die anderen bei der Oma geschlafen haben. Angekommen habe ich mich erstmal klamottentechnisch an die Wetterverhältnisse da oben angepasst. Also wurden die Leggins und Turnschuhe gegen eine Schneehose und Schneeboots eingetauscht, zum Glück konnte ich mir das alles leihen, denn sowas besitze ich sons nicht. Danach sind wir in die Ortskiche gegangen, denn einmal im Monat findet dort ein Gottestdienst statt. Es waren ungefähr 10 Leute anwesend, daran kann  man nochmal sehen wie wenig Leute dort oben leben. Es war zwar sehr interessant zu sehen wie sie ihren Gottestdienst feiern und einige Textpassagen konnte ich wiedererkennen, doch war es schon eine Herrausforderung wach zu bleiben, wenn man nur 4 Stunden geschlafen hatte. Außerdem wurd es im Norden auch wieder eher dunkel, sodass dies auch wieder eine Umstellung war. Im Anschluss gab es dann aber den rettenden Kaffee und alle waren wirklich sehr nett und aufgeschlossen, so konnte ich mich diesmal mit jedem auf schwedisch unterhalten, das ist echt ein schönes Gefühl!
Doch nachher habe ich dann doch veruscht so schnell wie möglich ins Bett zu kommen, denn ich war wirklich müde!

Båtskärsnäs Båtskärsnäs

Am nächsten Tag war es dann auch nicht mehr ganz so kalt und die Sonne schien! Das schöne Wetter haben wir genutzt um einen Spaziergang mit dem "spark" (dt. Tretschlitten) auf dem zugefrorenen Meer zu machen. Das Meer ist dort so gefroren, dass man sogar mit dem Auto drauf fahren kann. Es war ein tolles Gefühl einfach so auf dem Meer zu laufen und zu den Inseln, die ein bisschen rausliegen, zu gehen.

Spaziergang auf dem Meer  Spaziergang auf dem Meer

Später haben die Kleine und ich noch eine Schneehöhle in einem ca 7 m hohen Schneeberg gebaut (die Schneeberge sind so hoch, da der ganze Schnee von den Straßen zusammengetragen wird).

Schneehöhle

Am Dienstag wurde in Schweden "fettisdagen" gefeiert. In Schweden wird zwar kein Karneval gefeiert, aber der Tag vor Beginn der Fastenzeit wird trotzdem mit traditionellen Essen "gefreiert". Aber dazu gleich mehr, denn erstmal ging es für mich am Dienstagmorgen ganz früh Richtung Polarkreis. Von Båtskärsnäs aus bin ich mit dem Schulbus nach Kalix gefahren. In Kalix ging mein Bus nach Kiruna (eine größere Stadt oberhalb des Polarkreises). Nach 6 1/2 Stunden Busfahrt, in einem nicht sehr gut ausgestatteten Bus, denn für die Menschen dort oben ist das keine Entfernung mal eben 6 Stunden Bus fahren, daher war es ein ganz normaler Linienbus, zum Glück ausgestattet mit einer Toilette! In Kiruna angekommen bin ich bei Verwandten meiner Gastfamilie untergekommen. Diese haben mir auch die Stadt gezeigt, bevor ich selber noch einmal die Stadt auf eigene Faust erkundet habe. Ich hatte zwar Glück, dass es nicht allzu kalt war, obwohl ich mit meinem Outfit sogar eine Polarmission überlebt hätte, aber so laufen dort alle rum. Interessant an der Stadt ist, dass ein Teil der Stadt bald umziehen muss, da sie die Grabung nach Eisen erweitern wollen. So muss die rieseige alte Kirche umziehen. Erst war auch noch im Gespräch, dass das riesige Rathaus mit umyiehen sollte, doch nun sind sie zu dem Entschluss gekommen, dass sich dies nicht mehr lohnt und viel zu viel Aufwand wäre- was meiner Meinung nach auch gut so ist, denn dieses Gebäude ist echt riesig und so schön, um es zu behalten, jetzt auch nicht!
 Doch nicht nur die Gebäude waren ein Besuch wert, sondern auch die Eisskulpturen waren echt beeindruckend. Es gab sogar ein Spielplatz aus Eis! Diese Kunstwerke aus Eis haben mich direkt auf meinen nächsten Stop eingestimmt!

Sonnenuntergang in Kiruna

Denn man nächsten Tag ging es für mich von Kiruna mit dem Bus weiter nach Jukkasjärvi. Dies hat zum Glück nur noch 20 Minuten gedauert. Jukkasjärvi ist ein sehr kleines Dörfchen, doch das interessante ist, dass jedes Jahr dort das Icehotel erbaut wird und genau deswegen  hat es mich auch dort hin verschlagen. Jedes Jahr zwischen Dezember und April kann man sich dieses Icehotel angucken, den Rest des Jares überlebt das außergewöhnliche Hotel nicht, da es sich, wie der Name schon verrät, um ein Hotel ganz aus Eis gebaut handelt.

Icehotel Eingang Icehotel

Das Hotel besteht jedes Jahr aus einer Icebar, einer Ice church (in der man auch heiraten kann) und einem "Hauptgebäude" mit den Schlafräumen, die alle verschieden gestaltet sind. Die Temperatur liegt in den Gebäuden bei -7 Grad. Daher gibt es auch noch warme Kabinen, in denen die Gäste unterkommen können, denn nicht jeder überlebt eine Nacht bei -7 Grad! Da alles aus Eis gebaut ist, bleibt natürlich nichts von alle dem über, sobald es wieder wärmer wird. Denn nichts wird in Kühlräumen "aufbewahrt", dies wär ein viel zu großer Aufwand. So ist das Icehotel jedes Jahr aufs neue einzigartig und sieht nie aus wie im vorherrigen Jahr. Jedes Jahr stellen sich andere Architekten der Herrausforderung und entwerfen ein ganz neues Icehotel. Es ist wie ein großes Kunstprojekt. Die Bausteine werden aus dem nah gelegenen Meer genommen, dadurch sind die Materialkosten für das Kunstwerk auch ziemlich gering.

Icebar Ice church Eingangshalle Icehotel Eingangshalle IcehotelSchlafraum Schlafraum Schlafraum

Es gibt auch einige Angeote, die man dort machen kann, wie zum Beispiel eine Schlittenfahrt mit Hunden über das Meer oder wenn man doch eher auf das motorisierte Gefährt steht, kann man auch mit den Schneemobil fahren und diese haben einen ganz schönen Speed drauf. Allgemein herrscht eine tolle Stimmung dort, denn alle Besucher sind einfach begeistert von diesem atemberaubenden Gebäude. Man kann dies auch gar nicht richtig mit Worten beschreiben oder auf Fotos einfangen. Man muss es einfach mal gesehen haben. Anschließend kann man sich dann im dazugehörigen Restaurant aufwärmen und ein Buffet genießen, welches auch rund um das Thema "Ice" ausgelegt ist.

Dort im hohen Norden Schwedens  lebt das alte Volk die "Samen". Sie leben im Norden der skandinavischen Ländern und haben sogar ihre eigene Sprache. Ihr Ruf ist eher schlecht im restlichen Teil von Schweden, da sie als Nomaden gelten, die früher den Rentieren gefolgt sind. Nun haben sie sich größtenteils eigene Viertel aufgebaut und die meisten züchten Rentiere. In Jukkasjärvi leben viele von ihnen. Dort gibt es sogar ein Museum und viele Samenhütten.

Ich bereue die lange Reise dorthin wirklich nicht, denn es war einfach überwältigend und die Reise wirklich wert. Ich habe so viele Eindrücke mitgenommen und viele Leute aus verschiedenen Kulturen getroffen und mich mit ihnen unterhalten. Trotzdem musste ich dann natürlich wieder 7 Stunden runte fahren und war wirklich froh darüber zurück in Båtskärsnäs zu sein, da ich wirklich müde von der langen Fahrt und den vielen Eindrücken war.

Zurück in Båtskärsnäs haben wir die restlichen Tage damit verbracht mit dem Schneemobil zu fahren. Wir sind zu den Inseln, die ein bisschen weiter raus liegen, gefahren. Dort hat die Familie noch mehrere Sommerhäuser, die natürlich im Winter nicht bewohnt sind. Auf den Inseln lag unglaublich hoher Schnee, da dort niemand ist, der diesen wegräumt und eigentlich stört er dort auch niemanden, doch von den Dächern der Sommerhäuser musste er weg.
 Es eignete sich dort auch wunderbar zum Skifahren. Also haben wir uns die Skier unter die Füße geschnallt und sind losgefahren, naja mehr oder weniger, denn eigentlich sind nur die beiden anderen mir davon gefahren. Ich habe mich da ein bisschen schwer getan und da kam schon das ein oder andere Mal die Frage auf, wer jetzt grade auf wen aufpasst! Jetzt weiß ich auch wieso meine Eltern nie mit mir in den Skiurlaub gefahren sind, ich glaube sie haben schon geahnt wie talentiert ich bin. Trotzdem hat es einen riesen Spaß gemacht.

Schneemobil Schlitten

Am Freitagabend wurde dann der "fettisdagen" nachgeholt. Traditionell dazu gibt es ein spezielles Essen: Bruna bönor (ein Bohneneintopf) und semlor (ein Hefegebäck mit einem Mandel- Marzipan- Kern und einer Sahnehaube). Ja, es war wirklich eine sehr sättigende Angelegenheit, grade wenn man noch warme Milch dazu serviert bekommt, doch einmal im Jahr muss das anscheinend sein.

Semla

Am Samstag ging es für uns dann wieder Richtung Heimat und ich habe mich sehr über die Nachricht gefreut, dass der Schnee in Nyköping weg sein sollte. Denn für die Zeit hatte ich erstmal genug Schnee gesehen. Doch im Sommer werde ich nochmal nach oben fliegen und dann wird auch dort kein Schnee mehr liegen, sondern den ganzen Tag und die ganze Nacht die Sonne scheinen, das wird auch ein Erlebnis!

Und ja ich habe Polarlichter gesehen!!!! Es war wirklich beeidruckend diese zu sehen und man kann es auch nicht beschreiben, denn es ist wirklich einfach wunderschön sie am Himmel bewundern zu können. Es gibt nichts Vergleichbares und leider kann man dies auch nicht so gut auf Fotos festhalten. Aber glaubt mir, allein wegen diesen schönen Farben am Himmel hat sich die Reise dorthin gelohnt!

Jetzt freue ich mich auf das bevorstehende Wochenende, klar habe ich wieder Schule, was mir aber auch Spaß macht, aber ich werde das ganze Wochenende bei einer Freundin in Stockholm bleiben und wir wollen uns ein schönes Wochenende machen und unsere Reise nach Malmö weiter planen. Ich hoffe euch geht es allen gut und ihr genießt den aufkommenden Frühling in Deutschland!

Puss och kram! Franzi

Sonntag, 11.01.2015

Julstämningen

Hej hej,

eine Menge Zeit liegt zwischen meinem Besuch im hohen Norden und jetzt! Ich habe viel erlebt und die Zeit der Wintertage genossen.

Zwar hatte ich ja im Norden schon etwas Schnee bewundern können, doch am 6. November kam der Schnee dann auch zu uns in den "Süden". Ich wurde am Vorabend zwar gewarnt, doch habe ich das ganze nicht so ernst genommen. Typisch deutsch dachte ich natürlich, da käm so ein kleiner nächtlicher Schneefall auf uns zu, doch als ich am nächsten Tag die Rolladen hoch machte, bin ich fast hinten rüber gefallen, denn vor mir lag eine Schneelandschaft, die ich aus dem tiefsten Winter aus Deutschland noch nicht mal kannte und das Anfang November... das konnte ja noch heiter werden. Doch der Schnee verwandelte sich dann doch schnelller als efürchtet in eine Matschlandschaft. Außerdem konnte ich so ganz angenehm meine Fahrkünste bei Schnee austesten, da ich in Deutschland, letztes Jahr, nicht dazu kam im Schnee Auto zu fahren und habe so gemerkt, dass es gar nicht so schlimm ist, was bestimmt auch daran liegt, dass bei den Schweden eher seltener Panik wegen Schnee ausbricht, in Deutschland wär da schon längt Alramstufe rot auf den Straßen.

Der erste Schnee

Als der Schnee übestanden war, konnte ich endlich meine erste Freundin hier in Schweden begrüßen und ihr so meine zweite Heimat hier zeigen. Ich habe die Zeit wirlich genossen und sie wird sicher nochmal kommen- war einfach zu schön hier im Norden. DANKE, nochmal dass du da warst!!

Doch ein wenig habe ich den Schnee und das Eis dann doch vermisst und so bin mit meiner finnischen Freundin nach Stockholm gefahren. Wir haben uns dort die Absolut IceBar angeguckt. Dort war es -7 Grad kalt und alles war aus Eis- und wenn ich sage alles, dann meine ich das auch so. So wurde uns kurzerhand ein Cocktail in einem Eisglas serviert. Mal was anderes! Es war wirklich beeinduckend, was die dort alles aus Eis erschaffen können. Also wer einmal nach Stockholm reist, muss das aufjedenfall mal gesehen haben, fast besser als jedes Museum...

Absolut Ice Bar

Im Dezember wurden dann die Tage immer kürzer. Ich wurde "gewarnt" davor, da es wirklich Leute gibt, denen die Dunkelheit echt zusetzt. Um 15 Uhr war es an den kürzesten Tagen dunkel. Doch ich habe die Erfahrung gemacht, dass man sich wirklich schnell daran gewöhnt. Klar fehlt einem die Sonne schon- bei insgesamt 4 Sonnenstunden im gesamten Monat November- aber auch das übersteht man. Denn genau dann fangen die Leute an weihnachtlich zu dekorieren und Beleuchtung ins Fenster zu hängen. Jeder Haushalt hat mindestens ein beleuchteten Stern im Fenster hängen. Das macht die Dunkelheit echt erträglich, denn so kommt Weihnachtsstimmung auf und dies bringt Licht in die Dunkelheit! 

Auch die Feiertage im Dezember sind ein echter Lichtblick. In Schweden wird zwar am 6. Dezember kein Nikolaus gefeiert, aber ich wohne hier ja nicht  bei einer typisch schwedischen Familie, also hat der Nikolaus natürlich auch ein Stopp hier eingelegt. Stattdessen feiern die Schweden am 13. Dezember Santa Lucia. An diesem Tag findet in der Früh eine Messe statt, in der typische Musik gesungen wird. Die Santa Lucia, die, wie ich rausfinden konnte, eine gefeierte Heillige ist, wird mit einem Kerzenkranz auf dem Kopf und einem weißen langen Kleid dargestellt, d.h. es singen Chöre mit genau diesen Kerzenkränzen auf dem Kopf. Da ich an diesem Tag Schule hatte, wurde die Feier in die Uni verlegt und die Lehrer haben dort mit allen zusammen gesungen und wir haben zusammen Pepparkakor (Lebkuchen) gegessen.

Feier in der Sprachschule

Aber nicht nur solche Feiern haben in mir die Weihnachtsstimmung  geweckt, sondern auch die intensive Zeit mit meine Gatfamilie. So haben wir zum Bespiel Plätzchen gebacken und diese verziert oder Weihnachtsdekoration und die Tischdeko gebastelt. Diese Zeit habe ich auch sehr genossen, denn ich finde gerade zur Weihnachtszeit ist es schön Zeit mit der Familie zu verbringen. So merke ich auch immer wieder wie gut ich hier aufgenommen werde und ein Teil der Familie geworden bin. 

Auch mit meiner Gruppe von dem Sprachkurs habe ich Weihnachten gefeiert. So haben wir uns alle in der Wohnung einer Freundin getroffen und zusammen gegessen und unsere Familien kennengelernt. Das war echt ein super tolle Erfahrung, da man so die Leute aus den anderen Kulturen nochmal ganz anders kennengelernt hat. Wir haben zusammen gegessen un jeder hat was traditionelles aus seinem Land mitgebracht, so hatten wir ein bunt gemischtes Buffet. Es war sehr interessant sich durch die anderen Kulturen zu probieren. 

Als dann die Jullov (Weihnachtsferien) anfingen, haben wir alle gemeinsam den Baum gechmückt. Auch dieser sieht hier ein wenig anders aus als ich ihn von Zuhause kenne, doch es hat großen Spaß gemacht ihn mir allen gemeinsam zu schmücken und die Süßigkeiten einzupacken.

Weihnachtsbaum

Dann kam natürlich der langesehnte Julafton (Heilligabend). Diesen habe ich wirklich ganz anders als bei mir Zuhause in Deutschland vebracht, doch ich habe auch diesen Tag in vollen Zügen genießen können. Am Morgen haben wir einen Ausflug zu einem Skiberg gemacht, da aber noch kein Schnee lag sind wir so hoch und auch wieder runter gegangen. Klar habe ich mich dann doch noch auf den Hosenboden gesetzt, weil es vereinzelnt wirklich glatt war- da wären Skier unter meinen Füßen vielleicht doch keine schlechte Idee gewesen... Doch der Ausblick von oben hat dann alles wieder gut gemacht. Von Oben hatten wir eine wirklich tolle Aussicht über Nyköping! Wieder sicher unten haben wir dann Feuer gemacht und Korv (Wurst) gegrillt.

Die Aussicht

Wieder Zuhause haben wir uns dann fertig gemacht und das Essen vorbereitet- und in Schweden braucht das traditionelle Julbord (Weihnachtsbuffet) wirklich ein bisschen Vorbeireitung. Dies essen eigentlich alle schwedischen Haushalte zu Weihnachten. Es besteht aus vielen verschieden gemischten Gerichten. Angefangen von Fleisch, in allen verschiedenen Varianten, über verschieden Soßen und schließlich Fisch in verschiedenen Varianten, so ist für jeden was dabei. Eigentlich für eine Familie viel zu  viel, daher hatten wir die Tage danach auch noch was davon. Bevor es aber zum Essen kam haben wir uns alle zusammen "Kalle anka" (Donald Duck) angeguckt, dies gehört hier zu den Kultsendungen am Julafton. Danach haben wir uns dann an das Essen begeben und plötzlich klopfte es an der Tür und der Weihnachtsmann stand draußen vor der Tür. Dafür wurde dann natürlich auch das Essen stehen gelassen... Der Weihnachtsmann hatte für jeden viele tolle Geschenke dabei und nach der Bescherung sah das Wohnzimmer nicht mehr so aufgeräumt wie vorher aus- es galt eher einem Schlachtfeld- aber das ist ja auch das Schönste am Julafton. Als dann die erste Aufregung verschwunden war haben wir die zweite Runde beim Essen gestarten und danach wurden die neuen Errungenschaften natürlich unter die Lupe genommen. Am Abend konnte ich dann noch ein bisschen Heimat aufleben lassen, da wir uns unser traditionelles Weihnachtsprogramm ("Weihnachten bei den Hoppenstedts") angeschaut haben. So haben wir ein echt schönen Tag im Kreis der Familie verbracht und ich habe es wirklich sehr genossen, auch wenn es wirklich anders war als bei uns in Deutschland, aber genau deswegen bin ich ja hier, um immer wieder was Neues zu erleben und kennenzulernen.

Julborsmenü

Julord   Bescherung

Die restlichen Feiertage waren eher ruhig, da meine Gastfamilie keine Verwandten hier in der Nähe wohnen hat, so waren nur zwei gute Freunde zu Besuch, um uns zu Helfen die Reste des Weihachtsessen zu vernichten. Doch das fand ich auch mal ganz entspannt, denn in Deutschland bedeuten die Feiertage immer Vollaktion und hier war es mal ein Kontrastpogramm dazu.

Nach den Feiertagen ging dann für mich die Vollaktion los, denn meine Familie aus Deutschland kam zu Besuch, wo ich mich natürlich besonders drauf gefreut habe. Also backte ich fleißig schwedische Leckereien, wie Kanelbullar (Zimtschnecken) und den bekannten Kladdkaka, um ihnen diese nahzulegen.

Kanelbullar

Als sie dann endlich ankamen, war ich so glücklich alle wieder zu sehen und war stolz darauf ihnen mein zweite Heimat zeigen zu können. Wir sind alle zusammen nach Stendörrens Naturreservat gefahren, bei -10 Grad waren wir alle dick eingepackt und haben die Landschaft bei Kanelbullar und Kaffee/ Tee genossen. Ich kenne ja das Reservat jetzt auch schon. So war es aber auch schön, es nochmal bei Schnee und Eis zu sehen- und ich kann sagen, es war immer noch traumhaft schön, trotz Kälte.

Stendörrens Naturreservat bei Schnee und Eis

Am Abend haben wir dann ein weiteres Mal das Julbord aufgetischt, so war für alle was dabei und wir haben uns für die Fahrt nach Stockholm gestärkt. Nach dem Essen ging es nämlich direkt dorthin ins Hotel. In Stockholm haben wir dann eine wirklich schöne- zwar kalte aber sonnige- Woche erlebt und konnten viele Cafés austesten, denn für die Fika (Kaffepause) sind die Schweden ja auch bekannt.

Aussicht aus unserem Hotelzimmer Sonnenuntergang

Am Silvesterabend (Nyttårsafton) waren wir in unseren Hotel, denn wir konnten von unserem neunten Stock über ganz Stockholm gucken und so viele Feuerwerke von drinnen bewundern. Es war ein tolles Gefühl das ereignisreiche Jahr 2014, in meiner absluten Traumsatdt, abzuschließen und in ein wahrscheinlich noch ereignisreicheres Jahr überzugehen.

Nyttårsafton  Nyttårsafton   Mein Bruder und ich in Stockholm

Der Abschied von meiner Familie war zwar traurig, doch ich sehe sie jetzt schon ganz bald wieder, denn Ende Januar fliege ich runter zu ihnen um zu gucken, wie die Lage in Deutschland ohne mich ist.

In den letzten Tagen ist dann auch wieder der Schnee zu uns zurückgekehrt und Nyköping hat sich in eine Schneelandschaft verwandelt. So waren die Kleine und ich viel darußen und haben den Schnee ausgenutzt. 

Schneemann

Doch leider ist der Schnee nun auch wieder weg und rausgehen kann man nur noch auf eigene Gefahr, denn am besten trägt man Schlittschuhe, denn der Boden ähnelt einer Eisbahn... Naja auch das werden wir überleben, ist die Frage wieviele blaue Flecken noch dazukommen...!!!

Sonst verbringe ich die Zeit im Moment mir Lernen, denn schon bald fängt mein Schwedischkurs B1 an, für den ich mich noch ein bisschen vorbereiten muss, dennoch klappt es mit der Sprache immer besser, so verstehe ich jetzt eigentlich alles und spreche auch schon eine ganze Menge.
Doch erstmal fliege ich, wie gesagt, nach Deutschland um mich von der Glätte auf den Straßen zu erholen, bevor es får mich dann im Februar hoch in den Norden nach Luleå geht, wo es bestimmt nicht besser wird, denn dort herrschen im Moment Temperaturen um die -25 Grad. Doch auch das wird ein Erlebnis auf das ich mich sehr freue.

Puss och kram till Tyskland. Ich hoffe ihr hattet alle ein tolles Weihnachtsfest und seit gut ins Neue Jahr gekommen. In diesem Sinne: Gott nytt år wünscht Franzi

Jul i Stockholm  Jul i Stockholm

Dienstag, 04.11.2014

Båtkärnäs- Deep deep in the north

Hejsan till alla!

Wie angekündigt bin ich am 25.10. nach meinem Sprachkurs mit dem Bus weiter nach Arlanda (Flughafen Stockholm) gefahren. Von da aus bin ich dann mit den beiden Kindern ca eine Stunde hoch in den Norden nach Luleå geflogen.

Flug nach Luleå

Von Luleå sind wir mit dem Auto weiter nach Båtkärnäs, ein kleines Dorf eine Stunde enfernt von Luleå, gefahren. Dort wohnen ca 300 Leute, doch die meisten Häuser stehen zur Zeit (in der Winterzeit) leer, da diese nur als Sommerhäuser genutzt werden. Daher ist es zur Zeit dort eher ruhig dort! Doch ich kann schon verstehen, warum die Meisten dort nur im Sommer leben, denn schon jetzt waren es Temperaturen unter null Grad und an den Seiten der Straßen lag sogar schon Schnee von voriger Woche. Außerdem kamen wir genau passend zur Uhrenumstellung an, sodass es schom um 4 Dunkel war. Da habe ich dann auch erst richtig gemerkt, wie sehr das den ganzen Tagesrythmus verschiebt. Man passt den ganzen Tagesablauf auf die Dunkelheit an und so haben wir dort schon um ca halb 5 Abend gegessen. Um 19:00 Uhr dachte man dann schon, es sei Mitternacht und so bin ich immer schon früh ins Bett gegangen, da ich echt müde war, was auch daran lag, dass ich viele neue Eindrücke gesammelt habe.

Schnee in Båtkärnäs

In Båtkärnäs wohnt die ganze Familie meiner Gastfamilie väterlicher Seite! Diese habe ich auch nach kurzer Zeit alle kennengelernt, da diese alle zusammen immer bei der famore (dt. Oma) Abend essen. Da das Örtchen auch am Wasser liegt hat ihr eigentlich jeder Haushalt ein eigenes Boot, sodass es zum Abend essen entweder frisch gefangenen Fisch gab oder selbst geschoßenes Fleisch, da die Männer aus Nordschweden leidenschaftlich gerne jagen! Auch sehr beliebt bei den Einwohnern sind die kleinen Inseln, die vor dem Festland liegen, dort stehen vereinzelnt kleine Sommerhäuser von den Anwohnern, wo sie sich im Sommer zurückziehen können. Das besondere auf diesen Inseln ist sicherlich, dass es außer den paar Sommerhäusern nichts außer Wald und Natur gibt, dort ist ebenfalls ein beliebter Jagdplatz der Männer!
Trotz Kälte war es wunderschön das Meer zu besuchen, da die Sonne geschienen hat und so wirkte nochmal alles viel schöner! Am Wasser haben die Kleine und ich dann fleißig Steine gesammelt. Ich genieße jede Minute mit ihr, da sie wirklich zuckersüß ist und wir uns so gut verstehen. Auch dieser Urlaub hat uns auch nochmal ein Stück näher gebracht!

Meer Meer

Ein absolutes Highlight meiner Reise war sicherlich, dass ich mit meinem Gastvater und Gastbruder in ihr Jagdrevier gefahren bin, welches ca 50 km weit weg war. Um 6 Uhr ging es dick eingepackt samt Ausrüstung und "Elchhund" Selda Richtung Wald. Dort angekommen kam ich aus dem Staunen kaum herraus, als ich plötzlich drei einsame Hütten entdeckte und mein Gastvater mir erklärte, das dies ihre Hütten seien, denn wenn sie hier jagen gehen würden, würde die ganze Gruppe auch hier schlafen. Das Highlight: Die eine Hütte entpuppte sich als Sauna. Auf so eine verrückte Idee können auch wirklich nur die Nordschweden kommen. 

Sauna

Nach kurzem Sortieren der Sachen sind wir dann noch ein Stück tiefer in den Wald gefahren. Angekommen haben wir dann das "Navigationssystem" für den Hund angeschmissen. Selda (der Jagdhund) ist immer vorraus gelaufen und hat nach einer Spur, vorzugweise von einem Elch, gesucht. Auf dem Navi konnten wir genau beobacten wo sich der Hund gerade befindet! Selda ist ein extra "Elchhund", diese Hunde sind darauf trainiert, dass wenn sie ein Elch entdecken, sitzen zu bleiben und zu bellen. Da die Elche ja sehr große Tiere sind können sie nicht so schnell fliehen wie anderes Wild. Doch leider hat Selda an diesem Tag kein Mal gebellt! Außer viele Elchspuren, welche darauf schließen lassen, dass dort viele Elche leben, haben wir leider nichts von einem Elch gesehen... Doch man muss das ja alles positiv sehen: Die Wahrscheinlichkeit, dass die Elche nächstes Jahr, wenn ich nocheinmal im Norden bin, umso größer sind, ist dadurch umso höher.

Wald Wald

Zurück am Lager haben wir dann ein Feuer gemacht und Wurst gegessen, erst dann hat man bemerkt wie kalt es eigentlich war, denn die gaze Zeit war man in Bewegung und hat soviele Eindrücke gehabt, dass man über die Kälte gar nicht nachgedacht hat! Dann war ich auch froh als ich wieder im Auto saß und wir den Heimweg angetreten haben, denn dies war zwar wirklich ein sehr spannender, dennoch sehr anstrengender Tag gewesen.

Selda

In den letzten Tagen habe ich mir dann noch den Nachbarort Kalix angeschaut, in dem es allerdings außer ein Einkaufscenter und eine sehr alte Kirche auch nicht viel zu sehen gab. Dort oben im Norden ist das halt wirklich eine ganz andere Welt! Doch im Einkaufscenter konnte ich endlich ein paar Sachen für Helloween einkaufen, denn das war in großer Erwartung, grade bei der Kleinen. Am Abend vor Helloween haben wir zusammen den Kürbis vorbeireitet und dekoriert. Am Helloweenabend haben wir dann ein großes Essen mit allen veranstaltet und natürlich ganz viele Süßigkeiten, ganz zur Freude der Kleinen, gegessen.

Helloween

Am Samstag sind wir dann wieder Heim geflogen. Ganz zur Freude von mir, denn es war -11 Grad an diesem Tag und das war dann doch schon ein bisschen zu kühl für mich im Oktober/ Anfang November. Also lautete mein Motto: Ab in den Süden der Sonne hinterher. Hier musste ich dann feststellen, dass die Sonne leider ganz unter einer grauen Decke verschwunden war und so schnell auch nicht mehr herrvorkommen würde.

Ich habe meinen kleinen Urlaub mit meiner Gastfamilie in vollen Zügen genossen, aber bin zum Fazit gekommen, dass ich im hohen Norden nicht leben könnte, da es dort ein völlig anderes Leben ist. Doch ich bewundere die Leute, die es können, denn die scheinen wirklich hundert Prozent zufrieden mit sich und ihrem Leben zu sein. Ich freue mich schon darauf wieder rauf fliegen zu können.

Puss och kram till Tyskland! Liebste Grüße Franzi

Freitag, 24.10.2014

Viele kleine Abenteuer

Hej aus dem kalten Norden!

Jetzt hat es sich wirklich richtig abgekühlt hier im hohen Norden! Aus meiner Heimatsstadt  Münster hörte ich, dass es 25 Grad warm war in der Woche, das waren dann mal 20 Grad Unterscheid zu hier! Aber naja eigentlich wusste ich ja auf was ich mich einlasse und wie schon gesagt, solange es nicht regnet, kann man sich ja warm einpacken!

Doch auch diese Zeit habe ich genutzt: Ich war endlich in Stockholm. Nun ich kenn die Stadt schon, war ja schon zweimal letztes Jahr dort, aber die Stadt fazinierd mich immer wieder aufs Neue. Grade, dass man wirklich fast alles zu Fuß erreichen kann, obwohl es so eine große Stadt ist und sie ist auch wirklich schön, da auch Stockholm am Wasser liegt. Das verleiht dieser Großstadt ihre Besonderheit, finde ich.
Den esten Besuch habe ich dazu genutzt mich in der Stadt zu orientieren. So habe ich geschaut, welcher der schnellste Weg zur Universität ist, in der ich meinen Sprachkurs habe. Außerdem habe ich mir die Materialien für diesen besorgt. Alles ging, dank Handynavigation, reibungslos. Ich muss sagen, ohne diese Handyfunktion wär ich hier schon einige Male verloren gegangen! Während der  Besichtigung der Stadt bin ich auch in die wirklich schöne Altstadt Stockholms gelangt! Diese gibt der Stadt nochmal einen besonderen Flair. 

Stockholm Stockholm Stockholm: Altstadt 

Der zweite Besuch Stockholms führte mich in einige Museen. Auch wenn ich mir viele Museen vorgenommen hatte, habe ich nicht alle geschafft zu besichtigen, da ich mich doch länger aufgehalten habe als gedacht! Doch ich habe ja noch ein wenig Zeit um alles anzugucken. Als Erstes ging es ins berühmte Vasa Museum. Dies war sehr beeinduckend, da in der Mitte des Museums das riesige Schiff (größtenteils mit original Teilen) aufgebaut ist. Das Museum ist rund um dieses, auf verschiedenen Ebenen erriechtet. Dank der Audioführungung via Handy ist es sehr einfach zu verstehen, welche Geschichte hinter diesem Schiff steckt. Wer sich mal nach Stockholm begeben sollte, sollte dies aufjedenfall besuchen, der Besuch lohnt sich! Weiter ging es direkt daneben im Junibacken. Junibacken ist ein Museum welches eigentlich für Kinder errichtet wurde, da die Geschichten von Astrid Lindgren nachgestellt werden. Zuerst fühlte ich mich auch total fehlplaziert zwischen den ganzen Kindern zwischen 1-8 Jahren und ihren Eltern, doch die Gondelfahrt durch die nachgestellten Geschichten hat so viele Kindheitserinnerungen geweckt und alleine das hat sich gelohnt!

Stockholm: Vasamuseum

Ja nicht nur Museen und andere historische Gebäude habe ich in Stockholm von Innen gesehen, auch andere Geschäfte, und ja ich habe auch nicht nur die schwedische Mode angeguckt sondern auch paar Dinge gekauft, aber was soll Frau auch machen, wenn die ganzen großen Modeketten aus Schweden kommen, da kommt man daran leider nicht vorbei! Auf dem Weg zurück mit dem Bus habe ich dann auch meinen ersten lebenden Elch gesehen, der neben der Autobahn auf einem Feld verweilte, wie ich das sonst nur mit Rehen kenne!

Jedoch Rehe gibt es hier auch un zwar nicht nur auf Feldern neben der Autobahn, sonder auch in unserem Garten. Meiner Gastmutter gefiel das zwar eher nicht so gut, da sie alles abfressen, was man im Garten anbaut, dennoch war ich vollkommen fazinierd. Zwar kenne ich Rehe, doch im Garten und so nah habe ich noch keine gesehen! Die Rehe sind dann hier eher so wie in Deutschland die Kaninchen!

Außerdem war ich, auf Empfehlung meiner Gasteltern, in einem weiteren Naturreservat, Femöre! Dort war ich mit einer Freundin und wir waren auf der Suche nach dem angekündigten Leuchtturm. Doch erst im zweiten Anlauf haben wir diesen dann entdeckt und waren doch sehr enttäuscht, da deser "Leuchtturm" (wenn man ihn übehaupt so nennen darf) nicht viel größer als wir waren. Da sind wir aus Deutschland schon anderes gewohnt und ich habe mich sofort für meine Frage geschämt, ob wir diesen Leuchtturm auch besteigen könnten! Diese Frage hatte sich damit auch erledigt... Doch trotzdem war die Natur mal wieder atemberaubend schön!

Femöre Femöre

Den Rest der Woche habe ich mit der Kleinen verbracht! Wir waren gemeinsam mit meinem Gastpapa im nahegelegenden Wald und haben Pfifferlinge gesammelt! Es war eine wirklich tolle Erfahrung, da ich das so noch nie gemacht habe! Außerdem fand ich es erstaunlich für was sich die Schweden unter der Woche Zeit nehmen! Im Wald haben wir dann fleißig gesammelt und ein Feuer gemacht und uns aufgewärmt! Am Abend haben wir dann gemeinsam die Pilze verarbeitet und gegessen!

Im Wald Gesammelte Pfifferlinge

Jetzt bin ich sehr gespannt auf meinen Sprachkurs, der morgen anfängt und natürlich auf meine Reise tief in den Norden Schwedens. Dort fliege ich mit den beiden Kindern morgen nach meinem Kurs hin und treffe dort die ganze Verwandtschaft väterlicher Seite! Ich bin schon sehr gespannt auf das Leben dort und freue mich auch diese Seite Schwedens zu sehen und zu entdecken, da diese nochmal eine ganz andere ist, als ich schon kenne! Ich werde natürlich berichten!

Vi ses! Liebste Grüße von Franzi

Freitag, 10.10.2014

Der Herbst ist da!

Hejsan!

So langsam aber sicher ist hier der Herbst ganz eingekehrt. Da es hier besonders viele Grünflächen gibt, ist es schön anzusehen wie die Blätter sich färben! Hier ist der Herbst zwar eine sehr kurze Jahreszeit, dafür aber umso schöner!! Man merkt den Herbst auch an der Dunkelheit, die immer schneller kommt, aber das kennt man ja auch aus Deutschland.

Um das Herbstwetter richtig zu genießen, bin ich mit meinem Freund nochmal in das Stendörrens naturreservat gefahren. So habe ich jetzt auch die andere Seite dieses Reservates gesehen. Auf dem Aussichtsturm hatte man wirklich eine tolle Aussicht über das gesamte Gelände und angekommen am Wasser haben wir dann gepicknickt und haben abermals die Stille genossen.

Stendörrens naturreservat Stendörrens naturreservat   Stendörrens naturreservat

Außerdem bin ich am Wochenende mit der deutschen Studentin nach Trosa, eine kleine "Stadt", ca 40 km von Nyköping entfernt, gefahren. Trosa ist eine kleine Stadt, wenn man überhaupt Stadt sagen darf, da es wirklich klein ist, die aber noch zum Großteil aus den alten, typisch schwedischen Häusern besteht. So war es schön sich dort diese Häuser anzugucken und einfach durch die Gassen zu schlendern. Durch die Stadt fließt ein Fluss der ins Meer mündet. Es schien so als hätte fast jeder, der an diesem Fluss wohnt ein Boot. Und abermals konnte man 100te von Fische in diesem Fluss beobachten, so ist es bestimmt auch ein guter Anglerplatz. Doch außer einem Kiosk der Bücher vekauft hat und vielen Restaurants haben wir nicht viel gefunden, so haben wir schnell die Suche nach einem Supermarkt aufgegeben!

  Hafen in Trosa Trosa Trosa

Außerdem habe ich mir diese Woche einen lang ersehnten Wunsch erfüllt: Ich habe Sushi selber gemacht! Das wolte ich immer schon mal machen also habe ich es jetzt endlich mit den beiden anderen Au-pairs gemacht! Es war wirklich leichter als gedacht und ging super schnell, schreit nach einer Wiederholung. Doch erstmal planen wir im Moment, dass wir gemeinsam typische Gerichte aus unseren Heimatländern kochen wollen. Ich bin schon sehr gespannt auf ein finnisches Gericht!

Sushi

Zusammen mit dem einen Au-pair bin ich an einem Tag nochmal Richtung Hafen gegangen, wo wir den kurzen Sonnenschein genießen wollten, doch als wir ankamen war dieser bereits weg- typisch! Trotzdem sind wir eine Weile am Hafen geblieben und sind dann weiter und haben Nyköpingshus besichtigt, aber leider nur von außen, denn von innen kann man die "Burgruine" leider nicht besichtigen. Die nicht so schönen Tage der Woche haben wir im Badmintoncenter hier in Nyköping verbracht, morgens ist dort kaum was los und so konnten wir problemlos spielen, was sehr viel Spaß gemacht hat!

Hafen in Nyköping Nyköpingshus

Ihr seht: So langsam bin ich hier richtig angekommen und Schritt für Schritt fühle ich mich hier immer wohler, was sicherlich auch an meinem neuen Kontakten und an meiner tollen Familie liegt!

Am Wochenende fahre ich nach Stockholm, um zum einen noch ein paar Besorgungen für den Sprachkurs zu machen und zum anderen mir die Stadt und die schwedische Mode anzugucken- naja vielleicht werde ich nicht nur gucken, sondern auch ein bisschen was davon kaufen, aber das werden wir dann sehen.. Hoffe erstmal, dass das Wetter gut wird.

Puss och kram till Tyskland. Liebste Grüße Franzi

 

 

Montag, 29.09.2014

Über Naturschönheiten und Gaumenfreuden

Hej hej!

Trotz des fast schon eisigen Wetters hier oben im Norden, welches quasi über Nacht gekommen ist, habe ich mich in der letzten Woche raus gewagt (wie man doch so schön sagt: Es gibt kein kaltes Wetter nur falsche Kleidung)! So habe ich mich warm eingepackt ein bisschen die Landschaft und Natur um Nyköping erkundet: Am Wochenende habe ich einen Ausflug nach Stendörrens gemacht, dies ist ein Naturreservat 25 km weit von hier, welches direkt am Wasser liegt (wenn ich vom Wasser spreche, meine ich natürlich das Meer). Das war sehr schön, denn das meiste Gebiet rund um das Wasser besteht aus Felsen, dadurch kann man sehr schön alles erkunden und kann nah ans Wasser herran. Außer mir waren nicht viele Leute dort, obwohl ich das eigentlich nicht so beurteilen kann, da das Reservat riesig ist und ich an diesem Tag nur einen Teil gesehen habe und dort haben sich eher wenige aufgehalten. Einige Angler konnte ich sichten, doch, da diese ja auch nicht sonderlich laut sich, konnte ich die Stille, die dort herrschte, genießen! Die Landschaft war beeinduckend, grade in den Stunden des Abendlichtes. Zu dieser Tageszeit wurden auch die vielen Fische sehr aktiv. So sprangen 100-te von Fische, über das Wasser verteilt, aus dem Wasser herraus. Es war wirklich fazinierend und schön anzusehen, da man so nah an den Tieren war! Das ganze Naturreservat ist sehr groß und umfasst noch einen großen Teil an Waldlandschaften, so war es bestimmt nicht mein letzter Besuch dort, denn an einem Tag konnte ich längst nicht alles sehen.

Stendörrens Naturreservat Stendörrens Naturreservat  Stendörrens Naturreservat

Es ging weiter mit einem Reservat (auch Labro ängar genannt), welches nicht ganz soweit von uns weg ist. So bin ich ca. zwanzig Minuten dort hingelaufen. Dieses Reservat habe ich von der Kleinen empfohlen bekommen, da diese dort jeden zweiten Mittwoch Waldschule hat und dadurch sehr genau weiß,  wie schön es dort ist. Auch dieses Reservat liegt am Wasser, nur nicht ganz so nah, sodass ich an dem Tag nicht bis an das Wasser gekommen bin. Doch ich konnte es von Weitem betrachten. Durch den Wald führten mehrere makierte Wanderwege, welche ich sehr hilfreich fand, denn sonst hatte ich Angst mich dort zu verlaufen, denn alles sah gleich aus! Auf diesen Wanderwegen gab es ca. alle 100 Meter eine Infotafel, an denen man sich über Ureinwohner und ihre Lebensgewohnheiten informieren konnte.

Labro ängar Labro ängar

Außerdem habe ich die letzte Woche essenstechnisch quasi wie eine richtige Schwedin gegessen! Diesmal standen nicht nur die typischen pannkaka auf dem Speiseplan, sonder auch das typische Freitagabendessen: Tacos. Ja ich weiß, dies ist eigentlich nicht ein typisch schwedisches Gericht, sonder eher mexikanisch, doch essen dieses Gericht fast alle schwedischen Haushalte am Freitagabend. So gab es einmal Tacos für mich in Nyköping. Zu diesem Anlass haben wir eine Studentin aus Deutschland, die im Moment in der Firma meiner Gastmutter für ein paar Monate arbeitet, eingeladen um dieses kulinarische Erlebnis mit uns zu teilen. So war es für uns beide das erste Mal, wo wir diese Tacos gegessen haben und wir waren beide begeistert. Am Freitag ging es für mich zum wiederholten Male nach Norrköping, wo wir auch am Freitagabend Tacos gegessen haben! Damit habe ich schon zwei verschiedene Arten der Tacozubereitung kennengelernt. Ich glaube dieses leckere Freitagsabendtradition muss ich mit nach Deutschland bringen...!!

Tacos in Nyköping Tacos in Norrköping

Aber nicht nur am Wochenende gab es "typisch schwedisches" Essen, sonder auch in der Woche wurden typische Gerichte der schwedischen Küche serviert. Anlässlich des Geburtstages meines "Gastbruders" wurde ein Schokoladenkuchen schwedischer Art gebacken, auch "kladdkaka" genannt. Bei uns in Deutschland würde man sagen, dass es ein Kuchen sei, der noch roh ist, da in der Mitte des fertigen Kuchens sich ein eher weicher Teil befindet, doch zur Aufklärung: Der muss so und das macht ich auch besonders lecker. Desweiteren haben wir eine Lieferung frisches Elchfleisch bekommen, welches mein Gastvater von seiner jährlichen Jagd mitgebracht hat. So konnte ich das erste Mal in meinem Leben Elchfleich kosten, welches hier oben sehr geschätzt wird und auch sehr lecker ist.

kladdkaka

Diese Woche habe ich außerdem zwei weitere Au-pairs hier aus dem Ort getroffen. Beide kommen aus Finnland und eine bleibt, genau wie ich, ein Jahr und die Andere nur für vier Monate. Sie sind sehr nett und ich freue mich ein paar Kontakte hier im Ort zu haben, damit wir auch hier etwas unternehmen können. So haben wir schon einige Pläne gemacht für die nächste Zeit!

In der nächsten Ziet möchte ich noch mehr die schöne Natur rund um Nyköping erkunden, die natürlich auch wegen dem Meer sehr schön und beeindruckend ist und es noch einige schöne Orte mit einem tollen Blick hier gibt! Außerdem werde ich in den nächsten Wochen endlich nach Stockholm fahren, um einmal auszumachen, wo genau mein Sprachkurs stattfinden wird. Für diesen muss ich nämlich immer nach Stockholm fahren, aber darauf freue ich mich schon sehr, nicht nur, dass ich die schwedische Sprache dann richtig offiziell lerne, ich kann auch gleichzeitig Unternehmungen in der Hauptstadt von Schweden machen!

Puss och kram till Tyskland! Eure Franzi

 

 

Mittwoch, 17.09.2014

Der ganz normale Wahnsinn

Nun bin ich ja noch nicht allzu lange hier, aber ich habe schon eine Menge erlebt! Ich musste feststellen, dass man doch vor einigen Problemen steht, über die ich mir vor meiner Abreise keine Gedanken gemacht habe, da ich dachte, dass diese Dinge nicht in einem Eu- Land zu Problemen werden. So wollte ich letzte Woche ein Paket abholen. Hier in Schweden werden Pakete nicht direkt zugestellt, sondern man muss diese an einer Sammelstelle abholen, was ja auch gar kein Problem ist, da man dort sein Paket dann problemlos ausgehändigt bekommt- normalerweise! Alles was man dazu benötigt ist seinen Personalausweis und den Abholschein, welchen man per Post bekommt- normalerweise! Ich habe also all diese Dinge brav eingesteckt und bin zu dem Laden gefahren. Doch als ich meine Unterlagen abgegeben hatte, kam nach ein paar Sekunden der Mitarbeiter wieder und sagte mir, dass sie diesen Personalausweis nicht akzeptieren, also fragten sie nach einem Führerschein, den ich natürlich auch parat hatte. Doch auch dieser wurde nicht akzeptiert. Langsam wurde ich stutzig, da weder mein Personalausweis noch mein Führerschein angenommen wurden. Der Miarbeiter fragte mich wieder nach einem "passport" und bis ich verstand, dass er einen Reisepass sehen wollte, um mir mein Paket aushändigen zu können, verging eine kurze Zeit.. Ich war schockiert! Wieso brauchten die einen Reisepass dafür mir mein Paket aushändigen zu können!? Zumal ich keinen Reisepass dabei habe, da ich dachte, dass ich ganz entspannt in der EU reise und alles mit meinem Personalausweis klappen würde! In Deutschland wär solch eine Situation für mich undenkbar gewesen, dort würde man sicher auch mit einem Schülerausweis sein Paket bekommen. Auch nach einer kleinen Diskussion wollten mir die Mitarbeiter das Paket nicht aushändigen, also rief ich meine Gastmutter an und bat sie um Hilfe. Sie sprach mit dem Mitarbeiter und ich bekam mein Paket GANZ ausnahmsweise doch noch von diesem "netten" und "verständnissvollen" -*NICHT!!*- Mitarbeiter, nachdem ich noch eine halbe Stunde im Laden warten durfte...zzZZ! Zuhause wurde ich dann aufgeklärt, dass die Schweden manchmal ziemlich sturr in ihren Systemen sind und nichts akzeptieren, was für sie fremd erscheint, wie der deutsche Personalausweis bzw. Führerschein. Naja in den nächsten Tagen muss ich mich mal mit der Deutschen Botschaft in Stockholm in Verbindung setzen und mich um einen Reisepass kümmern, damit solche Unangenhemlichkeiten nicht mehr passieren.

Im selben Geschäft kaufte ich dann auch die Zutaten für meine ersten "pannkaka" (dt. Pfannkuchen) und wer hätte das gedacht, diese habe ich auch ohne einen Reisepass einkaufen können... Yuhuu! "Pannkaka" werden hier einmal die Woche gemacht und ist ein traditionelles Kindergericht. Diese werden hier dann eher süß, nicht wie ich das von daheim kenne mit Äpfeln oder Speck, serviert. So habe ich fast 30 Stück für alle gebacken, weil von denen kann man wirklich sehr viel essen.

pannkaka

Außerdem nochmal zu dem Spinnenthema (nein ich hatte bis jetzt noch keine weitere Spinne in meinem Zimmer, dank sei dem "Spinnenstecker"), aber am Morgen kann man ganz gut erkennen, dass wir viele Spinnen hier im Wald vor der Tür haben. Dies sieht zwar immer beeinduckend und schön aus, doch die Vorstellung, dass die Kleine mich durch diesen Wald gejagt hat, hat mich dann doch beängstigt.

Wald am Morgen

Am Wochenende war ich dann mit meinem Freund in Stockholm, wo wir seine Familie besucht haben. Wir haben die Zeit sehr genossen und leckere Sachen zusammen gekocht. Am Samstag sind wir in die Stadt gefahren, da hier die Wahlen waren und so die Drei ihre Wahl abgeben konnten. Auf diesem Weg habe ich mehr über die politische Lage hier in Schweden erfahren, was sehr interessant war. Am Sonntag haben wir dann alle zusammen im Garten geholfen, wozu noch ein paar Familienmitglieder gekommen sind und mitgeholfen haben. Daran kann man sehen wie gut hier eine Familiengemeinschaft zusammenhält und sich gegenseitig unterstützt!

Doch als ich nach Hause kam, musste ich mich erstmal mit dem schwedischen Gesundheitssystem auseinander setzten, da ich krank geworden bin. Auch dabei bin ich auf zahlreiche Probleme gestoßen: Das erste Hindernis dabei war es einen Arzttermin auszumachen. Hier muss man zuerst mit einer "Maschine" sprechen, bei der man seine Telefonnummer angeben muss und eine Zeit gesagt bekommt, zu der die Krankenschwester einen zurückruft. Das klang für mich schonmal sehr komisch, aber trotzdem versuchte ich dies. Doch leider konnte diese besagte "Maschine" nur schwedsich mit mir "reden", sodass ich schon da Hilfe benötigte. Als ich dann endlich den erwarteten Rückruf bekam, sprach die Krankenschwester auch nur schwedisch mit mir, da sie gar nicht einsah, dass ich nur Englisch konnte, da sie meinte, dass ich die "Maschine" ja auch verstanden hätte, um diesen Rückruftermin zu bekommen. Also versuchte ich irgendwie auf Biegen und Brechen meine Beschwerden zu beschreiben und als sie mir endlich einen Termin geben wollte, fragte sie nach meiner Personennummer, die ich hier in Schweden nicht habe, da ich hier nicht fest wohne. Ganz zu Schweigen habe ich auch noch nie etwas über eine solche Nummer gehört. Doch dann musste mich die Schwester leider enttäuschen, denn ohne eine solche Nummer könne sie mich nicht behandeln und damit war das Gespräch beendet... Ja dankeschön! Wir versuchten es bei einem anderen Arzt und waren efogreich, denn er behandelte mich auch ohne diese Nummer. Doch nach der Behandlung der nächste Schock: Meine Krankenversicherung wurde nicht akzeptiert. Genauso wie bei der Paketabholung: Was man nicht kennt, wird abgelehnt! Naja Hauptsache ich wurde behandelt und nun bin ich wieder auf dem Weg der Besserung, alles andere lässt sich klären!

Also wie ihr hört eine ziemlich ereignissreiche Woche, bei der man sich nur ärgert, dass das alles zu Anfang passieren musste, aber ich bin sehr dankbar für die Fürsorge bzw. Unterstützung von meiner Gastfamilie und natürlich auch für die von meiner Familie aus Deutschland!!

Kram och puss till Tyskland von Franzi

Dienstag, 09.09.2014

Hej då Tyskland! Hej Sverige!

So seit rund 5 Tagen bin ich nun schon hier im hohen Norden und lebe mich hier gut ein. Ich bin mit dem Flieger nur ca 1 Stunde geflogen und der Flug war sehr angenehm und das soll schon was heißen, wenn ich das so empfinde! Die erste Zeit mit meiner Gastfamilie ist echt schön verlaufen, alle haben mich gut aufgenommen und ich habe mich sofort super wohl hier gefühlt, zumal die Kleine ein sehr aufgeschlossenes und liebenswürdiges Kind ist, sodass es keine "Startschwierigkeiten" gab und wir sofort eine Art vertraute Stimmung hatten. Natürlich ist es auch sehr von Vorteil, dass in der Familie deutsch gesprochen wird, so kann man sich direkt besser kennenlernen und die Sprache stellt kein Hindernis dar, zumal mein schwedisch ja eher zu wünschen übrig lässt, was ich aber im Laufe meines Aufenthaltes ändern will.

Die ersten Tage habe ich genutzt um mich hier einzuleben und erstmal anzukommen. So bin ich zum Beispiel am Samstag in das Städtchen gefahren. Auch wenn dieses wirklich gar nicht groß ist habe ich mich promt 2 Mal verfahren bis ich schließlich an meinem gewünschtem Ziel, dem Hafen von Nyköping angekommen bin. Da sehr gutes Wetter war habe ich mich dazu entschlossen, über den Steg, der 1 km ins offene Wasser verläuft, zu laufen, was sehr schön war. Es herrschte eine Totenstille, nur die Wildgänse hat man gehört und auch von Nahen gut beobachten können!

Hafen von Nyköping Steg in Wasser Steg im Wasser

Am Sonntag bin ich mit dem Bus ca 45 min nach Norrköping gefahren, wo ich ja nunmal schon zweimal war und habe meinen Freund besucht! Es war besonders schön ihn nach fast 2 1/2 Monaten wieder zu sehen! Zusammen mit seiner Mama haben wir das traditionelle Gericht "Köttbullar" gekocht und die Zeit zusammen genossen.

Gestern nun ist dann auch meine Au-pair Arbeit so richtig angefangen und ich genieße es mit der Kleinen Zeit zu verbringen und ihre selbstgebastelten Spiele auzuprobieren!

Jetzt versuche ich ein wenig den Abend einklingen zu lassen was manchmal nicht sehr einfach ist, da sich hier in meinem Zimmer, durch unsere sehr grüne Umgebung, viele Spinnen aufhalten können, und jeder der mich kennt weiß, dass Spinnen nicht grade meine liebste Gesellschaft ist, sodass ich manchmal Angst habe das Licht auszuschalten und zu schlafen! Aber ich habe hier in meinem Zimmer so einen Stecker installiert der Ultraschallwellen aussendet und die Spinnen so fernhalten soll, hoffen wir mal, dass dieser hält was er verspricht und ich in Zukunft entspannter werde. Wer weiß vielleicht bin ich auch nach diesem Jahr therapiert und habe keine Angst mehr vor den 8- beinigen Ungeheuern!

Für das Wochenende habe ich ein Wochenendausflug nach Stockholm mit meinem Freund geplant, wo wir seine Familie besuchen. Ich freue mich schon sehr darauf mit allen mehr Zeit verbringen zu können und hoffe auch eine andere Seite von Stockholm zu entdecken als nur die Innenstadt, da wir uns eher ländlich aufhalten werden!

Bis dahin werde ich mein erstes Volleyballtraining hier im Ort haben, wo ich hoffe mehr Kontakte knüpfen zu können und werde mir mehr von Nyköping angucken, denn die Landschaften hier sind echt ein Traum, die man sich nicht einfach an einem Tag anschauen kann!!

Also bis dahin und liebste Grüße von Franzi